Infos für den Sommer 2025
Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Hörerin, lieber Hörer,
in dieser Sommer- Ausgabe der „UK für Dich“ erwartet Euch wieder ein breites, interessantes Themenspektrum mit zum Teil längeren Texten, für die Ihr wie gewohnt den "Weiter lesen"- Button nutzt.
Es gibt ...
eine leider notwendige aktuelle Meldung zum Paul-Goldschmidt-Preis gleich im Anschluss an diese Einleitung,
gute Neuigkeiten zum Projekt Spielplatztafeln,
einen nachdenklich machenden und gleichermaßen mahnenden Text von Bärbel Weid-Goldschmidt, in der Rubrik "Klartext" den Aufruf zur Teilnahme an einer Petition,
Informationen zum neuen Fortbildungsformat "Forum UK" und vieles mehr. Bleibt neugierig!
Wie gewohnt bekommt Ihr neben dem Lesetext zu jedem Beitrag eine Audiodatei, manchmal auch ein Video. Auch wenn uns bei Maxi Kaffl mit seinem KI-gestützten UK-Song warm ums Herz wird: Die Vertonung der Texte in der "UK für Dich" übernehmen weiterhin echte Menschen und nicht die KI! Wir finden wichtig, dass es authentisch bleibt, auch wenn das eine oder andere Versprecherchen zu hören ist.
Viel Spaß beim Lesen und Hören wünschen
Lennart und Martin
Paul-Goldschmidt-Preis 2025: Neuwahl erforderlich!
Die Wahl muss wiederholt werden! Jede natürliche Person, die bisher gewählt hat, stimmt also bitte noch einmal ab.
Unglaublich, aber wahr: Das Tool zur Abstimmung ist mittels eines "Bots" gehackt worden. Im Sekundentakt trudelten hunderte Stimmen für einen Kandidaten/ eine Kandidatin ein.
Um jedem die Stimmabgabe zu ermöglichen, haben wir das Ende der erneuten Abstimmung auf den 15. September 2025 gesetzt.
Selbstverständlich darf jede Person nur einmal abstimmen - alles andere wäre ja auch höchst unfair den MitbewerberInnen gegenüber.
Bitte habt Verständnis für diese Entscheidung. Der erneute Wahlgang ist ab sofort geöffnet.
Alle Informationen zum Preis und den Link zur Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten und zur Abstimmung findet Ihr auf der Startseite von gesellschaft-uk.org.
Martin Baunach, Vereinskoordination
Auf die (Spiel-)Plätze – fertig – los!
Schon in der letzten Ausgabe der „UK für Dich!“ haben wir über Tabea Engelmeiers tolle Initiative mit ihrem Projekt „Spielplatztafel“ berichtet.
Inzwischen erreichen uns immer mehr Anfragen von Trägern und Kommunen, eine von zunächst zehn von der GesUK gesponserten Spielplatztafeln aufzustellen.
Der Plan: Unser Verein spendiert für öffentliche Spielplätze eine Tafel, die jeweilige Kommune sorgt für eine sichere und fachgerechte Aufstellung- eine tolle Idee UK in die Welt zu bringen!
Aufgrund der steigenden Nachfrage haben wir mit Tabea Engelmeier und Nele Diercks, Projektleiterin „Kommunikationsbotschafter:innen“ ein Verfahren entwickelt, wie interessierte Träger rasch an eine von Tabea nach deren Wünschen individualisierte Spielplatztafel kommen. Folgt einfach diesem Link:
https://www.kommunikationsbotschafter.de/botschafter-innen/tabea-engelmeier/
Es gibt in Deutschland ungefähr 48.00 Spielplätze. Da geht noch was!
Unsere angehende Fach-Referentin Verena Riße hat in Norddeich/ Ostfriesland diese Tafel entdeckt:
Tracy Rackensperger beim UK-Kongress 2025
Wie viele von Euch feststellen mussten, war der UK- Kongress in Leipzig in Rekordzeit ausgebucht. Für die Veranstaltungen in drei Vortragssälen gibt es allerdings die Möglichkeit, online teilzunehmen. Näheres über uk-kongress.org
Eine besondere Bereicherung stellen die internationalen Beiträge dar, weil sie uns einen Blick über den UK- Tellerrand ermöglichen.
Hier kommt ein Beispiel- sozusagen zum "Reinschnuppern":
Tracy Rackensperger: Enhancing Communication Access: Training and Implementation Strategies - Verbesserung des Zugangs zu Kommunikation: Schulungs- und Implementierungsstrategien
Samstag, 8. November 2025, 14:45 - 15.30 Uhr
Manchmal spielen Zufälle eine wichtige Rolle: Tracys Anfrage nach einer barrierefreien Unterkunft an die Geschäftsstelle machte neugierig und führte zu einer Internet-Recherche. Auf der Website der amerikanischen UK- Gesellschaft (www.ussaac.org) findet man einen schon etwas älteren Beitrag von Tracy Rackensperger, selbst unterstützt kommunizierend- der besonders für viele unserer Unterstützt Sprechenden hoch interessant sein dürfte:
Es folgt die (leicht KI- unterstützte) Übersetzung. Wer den Text auf englisch lesen/ hören möchte, geht auf https://ussaac.org/speakup/articles/achieving-goals-for-independence/
Tracy Rackensperger: Unabhängigkeit erreichen
"Veröffentlicht am 9. Juli 2018
Am 4. Juli haben viele von uns die Unabhängigkeit unseres Landes mit Feuerwerk, Paraden und Grillfesten gefeiert. Heute teilt Tracy Rackensperger, PhD, Vizepräsidentin von USSAAC für Menschen, die AAC verwenden, und deren Familien, ihre persönliche Perspektive darüber, wie sie ihre eigene Unabhängigkeit erreicht hat.
—
Ein sicheres Einkommen zu haben und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung zu minimieren, sind einige meiner Kernziele; bisher habe ich diese Ziele erreicht. Mein Name ist Tracy Rackensperger. Ich bin Mitglied der Fakultät für öffentlichen Dienst an der University of Georgia im Institut für Menschliche Entwicklung und Behinderung. Als Mitglied der Fakultät entwickle ich Kursinhalte für unser Programm für Disability Studies und unterrichte in unseren Einführungsveranstaltungen. Außerdem halte ich Gastvorträge in Kursen, schreibe Artikel und Förderanträge, führe Schulungen durch, betreibe Forschung und biete technische Unterstützung an.
Im August 2017 habe ich mein Doktoratsprogramm erfolgreich abgeschlossen und einen Ph.D. (Master-Abschluss) in "Soziale Grundlagen der Bildung" erhalten. Ich bin überzeugt, dass mein Abschluss mir helfen wird, die zuvor genannten Ziele zu verfolgen. Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ist herausfordernd. Ich benutze die Gegenwartsform, weil das Erreichen eines sicheren Einkommens und die Minimierung der Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung eine fortlaufende Anstrengung sind; es gibt keinen magischen Punkt, an dem ich sagen kann: „Ziele erreicht! Ich kann mich ausruhen.“
Lassen Sie mich etwas Kontext zu diesen Zielen geben. Ich verwende Unterstützte Kommunikation. Etwa sechs Monate nach meiner Geburt sagte ein Arzt meinen Eltern, ich hätte eine Cerebralparese. Er sagte ihnen auch viele Dinge darüber, wie sich die Cerebralparese auf mich auswirken würde, die sich später als völlig falsch herausstellten (z.B. würde ich in einem dauerhaften Vegetationszustand sein). Aufgrund der tatsächlichen Auswirkungen der Cerebralparese auf mich ist meine Sprache für Menschen, die meine Sprechmuster nicht kennen, unverständlich. Mit anderen Worten: Für mich ist die Verwendung eines UK- Kommunikationsgerätes notwendig, um mit Menschen zu kommunizieren, die entweder noch nie oder selten mit mir interagiert haben. Sie haben Schwierigkeiten, meine natürliche Sprache zu verstehen. Personen, die regelmäßig mit mir sprechen, können meine natürliche Sprache fast immer verstehen. Ich bin auch auf einen Elektrorollstuhl angewiesen, um mich fortzubewegen, sowie auf verschiedene assistive Technologien für meine Unabhängigkeit. Ich lebe allein mit einem großen Hund (ein Haustier, kein Assistenzhund). Unterstützungspersonen kommen tagsüber, um mir bei Aktivitäten des täglichen Lebens zu helfen (z.B. Körperpflege, Essen, Toilettengänge).
Es war meiner Familie wichtig, mir bei der Unabhängigkeit zu helfen. Daher waren das College und eine Karriere von Anfang an Teil meiner Zukunft. Meine Familie hatte von Anfang an hohe Erwartungen an mich und nutzte so viel wie möglich natürliche, allgemeine Unterstützungssysteme. Unser Unterstützungssystem für Menschen mit komplexen Behinderungen war und ist größtenteils darauf ausgerichtet, „Nein“ zu sagen und Möglichkeiten zu blockieren. Unser System sagt Menschen mit Behinderungen oft: „Du kannst das nicht, oder du kannst das nicht. Du kannst kein anständiges Einkommen haben. Du kannst XYZ nicht alleine schaffen.“ Außerdem hat unser System den falschen Glauben geschaffen, dass Menschen auf alles angewiesen sein müssen! Nein, das sind sie nicht! Es gibt eine Welt, die jenseits des Unterstützungssystems existiert. Ein Beispiel ist, dass ich oft Bürgersteige benutze, um mich in meiner Stadt fortzubewegen. Manche Menschen verhalten sich, als würde ich dadurch ein Verbrechen begehen. Einige sagen: „Warum nimmst du nicht ein Behindertentaxi?“ oder „Warum holt dich niemand ab?“ Weil ich kein Behindertentaxi oder eine Mitfahrgelegenheit brauche; ich bin hier auf einem ganz normalen Bürgersteig! Meiner Meinung nach werden diese Überzeugungen verstärkt, wenn jemand Schwierigkeiten hat, sich auszudrücken oder zu kommunizieren. In meinem speziellen Fall denke ich, dass die Reaktionen auf meine sehr spastischen Bewegungen und meine Art zu sprechen zurückzuführen sind. Man ist nicht gewohnt, dass jemand wie ich in der Gemeinschaft unterwegs ist (vor allem allein), und das widerspricht ihrer Erwartung von Abhängigkeit.
Als ich in Florida lebte, versuchte ich, die Unterstützung zu bekommen, die die Regierung Menschen mit Behinderungen anbietet. Ich ging zweimal zur Berufsberatung: Einmal während der Highschool und einmal nach dem Besuch der Graduiertenschule (für meinen Master-Abschluss). Als ich während der Highschool zur Berufsberatung ging, schien man nicht sehr interessiert daran zu sein, mir bei irgendetwas zu helfen, geschweige denn die Studiengebühren zu bezahlen. Deshalb bewarb ich mich woanders und erhielt ein vom Bundesstaat durch die Lotterie finanziertes Stipendium, das allen Studierenden offensteht, die bestimmte akademische Kriterien erfüllen. Ich erhielt auch andere Stipendien. Beim zweiten Mal, als ich zur Berufsberatung ging, waren sie eher bereit, mir zu helfen. Sie kauften mir einen dringend benötigten neuen Elektrorollstuhl und eine neue Kommunikationshilfe. Dafür war ich sehr dankbar! Sie stellten mir eine Jobberaterin zur Seite, um mir bei der Jobsuche zu helfen. Allerdings tat sie sehr wenig, um mich bei der Jobsuche zu unterstützen. Letztendlich musste ich mir selbst einen Job an der University of Georgia suchen. Während dieser Zeit ging ich auch zur Sozialversicherungsstelle, aber meiner Mutter wurde gesagt (weil ich wahrscheinlich sowieso nichts verstehen könnte), dass ich arm werden und besser niemals arbeiten sollte, damit der Staat sich für immer um mich kümmern könne. Das kam nicht besonders gut an. Zurzeit wohne ich in einer günstigen, sicheren Wohnung, habe nur minimale Rechnungen und bekomme die geringste Unterstützung, die ich brauche, um glücklich zu leben.
Dass meine Familie von Anfang an hohe Erwartungen an mich hatte und so viel wie möglich natürliche Unterstützungssysteme nutzte, waren zwei der wichtigsten Dinge, die meine Zukunft geprägt haben. Im Jahr 2005 schrieb ich einen Artikel für die ASHA Perspectives on Augmentative and Alternative Communication darüber, wie ich einen Vollzeitjob bekommen habe. Mit diesem Beitrag hoffe ich jedoch, einige Einblicke in die beiden Hauptfaktoren zu geben, die meinen Karriere- und Bildungsweg nach der Hochschule beeinflusst haben.
Quelle: https://ussaac.org/speakup/articles/achieving-goals-for-independence/
übersetzt mit Unterstützung von KI.
Klartext
Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft für UK Stellung beziehen zu politischen Entwicklungen, die uns als Unterstützt Kommunizierende, Berufstätige und Angehörige gleichermaßen betreffen.
Petition: Hände weg von der Eingliederungshilfe
Worum geht es genau?
"Friedrich Merz hat auf dem Kommunalkongress des Deutschen Städte- und Gemeindebundes in Berlin erklärt, dass die Ausgaben für die Eingliederungshilfe und Jugendhilfe „nicht länger akzeptabel“ seien. Was das bedeutet? Dass Menschen mit Behinderung künftig mit weniger Unterstützung rechnen müssen – darunter auch Kinder, die auf Schulbegleitung, Therapie und Assistenz angewiesen sind, um überhaupt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können."
Quelle: https://eu-schwerbehinderung.eu/index.php/richtlinien/33-aktuelles/29734-faktencheck-zu-merz-einsparungen-in-der-eingliederungshilfe
Hier gehts zur Petition: https://chng.it/wkRpcTNDq5
Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, informiert auf der Webseite des Verbandes:
Lebenshilfe: An den Schwächsten der Gesellschaft darf auf keinen Fall gespart werden! Der Verband für Menschen mit Behinderung weist die Kritik von Kanzler Merz an den steigenden Kosten bei der Eingliederungshilfe aufs Schärfste zurück.
„Mit dieser pauschalen Aussage unterstellt der Kanzler, dass Menschen mit Behinderung und ihre Familien sowie Kinder und Jugendliche zu Unrecht Leistungen beziehen und zu viel Geld kosten. Das ist ungeheuerlich! Menschen mit Behinderung erhalten ausschließlich bedarfsgerechte Unterstützung, damit sie am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben können. Das wird ihnen schon im Grundgesetz garantiert, wo es heißt: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Wer denkt, Menschen mit Behinderung machen sich ein schönes Leben auf Kosten des Staates, der irrt gewaltig. Die Steigerungen sind vielmehr auf die allgemeine Kosten- sowie die Tariflohnentwicklung zurückzuführen.
Außerdem nehmen die Fallzahlen in der Eingliederungshilfe zu. Das ist eine Folge des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts, der die Lebenserwartung auch von Menschen mit Behinderung erhöht. All das scheint Friedrich Merz nicht bedacht zu haben. Als Lebenshilfe sagen wir klipp und klar: An den Schwächsten der Gesellschaft darf auf keinen Fall gespart werden. Vielmehr braucht es Investitionen in eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft.“
Quelle: https://www.lebenshilfe.de/presse/pressemeldung/ulla-schmidt-an-den-schwaechsten-der-gesellschaft-darf-auf-keinen-fall-gespart-werden
Auch Tobias Link, Vorstandsmitglied der GesUK, hat in einer Mail an Fach-Referentinnen und UK- Referentinnen aufgerufen, die Petition bei change.org zu unterzeichnen und erklärt auch gleich, was das ist:
Hallo ihr Lieben,
unser Bundes-Kanzler Friedrich Merz möchte unser Geld kürzen. Das
bedeutet, dass wir wieder schwerer an Assistenz kommen. Darum bitte ich
euch: Klickt auf den Link und unterschreibt diese Petition.
Erklärung Petition:
Bitten und Beschwerden
Jeder Bürger, jede Bürgerin hat das Recht, sich mit einer schriftlichen
Bitte (das lateinische Wort dafür ist "petitio") oder auch einer
Beschwerde an das Parlament, an den Bundespräsidenten oder eine Behörde
zu wenden. Dies steht in Artikel 17 des Grundgesetzes. Der Empfänger
einer solchen Petition ist verpflichtet, den Brief anzunehmen und zu
beantworten. Damit ist allerdings nicht die Verpflichtung verbunden,
die Bitten der Bürger zu erfüllen oder den Beschwerden immer Recht zu
geben.
Petitionsausschuss
Im Deutschen Bundestag und in den Parlamenten der Länder gibt es
sogenannte Petitionsausschüsse, die diese Bitten an die
Volksvertretungen genau prüfen und darauf antworten. Das Recht, sich an
den Deutschen Bundestag zu wenden, haben auch Kinder und Jugendliche.
Dort gibt es einen besonderen Ausschuss, die sogenannte
Kinderkommission, die sich um die Anliegen der Kinder kümmert.
(Quelle: https://www.hanisauland.de/wissen/lexikon/grosses-lexikon/p/petition.html)
Liebe Grüße
Tobias
Zahlreiche Vereine, Verbände und Initiativen haben bereits diese Petition https://chng.it/wkRpcTNDq5
unterschrieben. Macht mit und setzt ein Zeichen!
Bärbel Weid-Goldschmidt: Erinnerung und Mahnung
Am 6. Juni dieses Jahres erreichte viele von uns eine Mail von Bärbel Weid-Goldschmidt. Sie ist eines der Gründungsmitglieder der GesUK (ehemals ISAAC-GSC). Ihr Mann war Paul Goldschmidt, ebenfalls UK- Pionier der ersten Stunde.
Auf den ersten Blick mag dieser Artikel – wie es neudeutsch heißt – „off-topic“, also am UK- Thema vorbei zu sein. Wer Bärbels Brief allerdings aufmerksam liest, merkt schnell, wie wichtig es ist, Erinnerungen von Zeitzeugen als Mahnung und Aufforderung zu verstehen, sich gegen jegliche Diskriminierung von Minderheiten aktiv zu wehren.
Bärbel schreibt in ihrer Mail:
„Morgen ist in Bergen-Belsen die Gedenkfeier, die daran erinnert, dass das Lager vor 80 Jahren befreit wurde. Ich werde nicht an dieser Feier teilnehmen, möchte aber doch irgendetwas zum Gedenken tun.
Am 7. Juni 2013 hielt Hannover der sogenannte Zug der Erinnerung. Es wurde an die Kinder erinnert, die von Westerbork aus nach Sobibor transportiert worden sind und dort sofort ermordet wurden.
Weil mein Mann Paul Goldschmidt (+2010) auch in Westerbork war, wurde ich gefragt, ob ich bei der Veranstaltung auf dem Bahnsteig in Hannover etwas zu Schülern sagen könnte. Ich war erst sehr ratlos, weil ich ja nichts selbst erlebt hatte. Ich habe dann einen Brief formuliert an eines der Mädchen, das so ähnlich hieß wie meine Nachbarin. Ich glaube, dass dieser Brief immer noch aktuell ist. Deshalb schicke ich ihn heute an euch, weil ich mit dem Gedenken nicht allein sein möchte.“
Liebe Hanni Steinbock!
Ich habe dich nie kennengelernt, erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal von dir erfahren, als ich im Flyer für diesen Zug der Erinnerung dein Foto sah. Und ich weiß nur ganz ganz wenig von dir. Du warst in Köln aufgewachsen. Deine Eltern haben dich und deine ältere Schwester nach Holland in ein Waisenhaus geschickt, weil sie dachten, dort wäret Ihr vor den Nazis sicher. Aber das war nicht so. Die Deutschen haben die Niederlande überfallen und dort genauso wie in Deutschland und den anderen besetzten Ländern Juden aus den Häusern geholt, manchmal durch die Straßen gejagt, nach Westerbork gebracht, um sie von dort weiterzuschicken in andere Lager.
Zeitzeugen, die selbst noch erzählen und Fragen beantworten könnten, leben kaum noch. So bin auch ich nur das zweite Glied in der Kette der Erinnerung. Ich kann nur weitergeben, was ich von meinem Mann Paul Goldschmidt erzählt bekommen und was ich darüber hinaus gelesen habe.
Du warst dabei, aber du kannst uns nicht mehr berichten.
Ich weiß nicht, wie lange du in Westerbork warst.
Vielleicht bist du dort Paul begegnet oder seinem Vater Maurits Goldschmidt oder seiner Mutter Adele Goldschmidt oder seiner Frau Renate Laqueur, oder seiner Schwester Gusta Goldschmidt oder seinem Cousin Wolfgang Hannig oder seinen Tanten Ida, Agathe und Augusta.
Du wirst wie sie den immerwährenden Hunger gefühlt haben. Du wirst die unvorstellbare Enge in den überfüllten Baracken erlebt haben. Ob dort deine Schwester noch bei dir war, ist unbekannt.
Etty Hillesum schreibt: „Kleine Kinder schliefen auf dem staubigen Holzboden oder spielten Fangen zwischen den Großen. Zwei Kleine flatterten hilflos um den schweren Körper einer Frau herum, die bewusstlos in einer Ecke lag. Sie begriffen nichts davon, dass ihre Mutter einfach liegen blieb und keine Antwort gab.“
So etwas wirst du auch gesehen haben. Und ob sich jemand dabei um dich kümmern konnte, weiß ich nicht. Die meisten Menschen waren in diesen Umständen so mit sich selbst und dem Elend beschäftigt, dass Viele abstumpften und verhärteten. Auch das beschreibt Etty Hillesum.
Die größte Angst brachte jeder Montagabend und vor allem jeder Dienstagmorgen: Dann waren die Listen zusammengestellt mit den Personen, die „nach Osten“ gebracht wurden. Wieder ein Zitat aus den Briefen von Etty Hillsum: „Früh am Morgen werden diese Menschen in leere Güterwagen gepfercht…..Papier-Matratzen auf dem Boden für die Kranken. Ansonsten kahle Waggons mit einer Tonne in der Mitte und ungefähr 70 Menschen in einem verschlossenen Waggon.“[3]
3 Tage dauerte die Fahrt, die nur grauenvoll gewesen sein kann mit hungernden, kranken und verzweifelten Menschen.
3 Tage nach deiner Ankunft in Sobibor wird dein Tod bürokratisch genau in eine Liste eingetragen.
Was Paul, der später mein Mann wurde, nach Westerbork erlebt hat, kann ich dir nicht mehr erzählen.
Er und seine Frau kamen nach Bergen-Belsen, weil reiche Verwandte den Deutschen viel Geld für einen „Sperrstempel“ bezahlt hatten, der davor bewahrte, sofort in ein Vernichtungslager gebracht zu werden. Paul hat sich lebenslang dafür geschämt und sich schuldig gefühlt, weil auf diese Weise reiche Menschen noch eine Chance bekamen, eventuell zu überleben und die anderen sofort ermordet wurden.
Paul hat später bereitwillig von der Zeit im KZ – das ja nicht weit von hier entfernt war – berichtet, eigentlich immer mit erstaunlich großer Ruhe, nie beschönigend, aber auch nie klagend oder anklagend.
Und er hat dabei immer gesagt: „Ich wollte von der SS nicht lernen. Ich wollte nicht wie sie diskriminieren.“
Selbst im KZ hat er die SS-Leute, die die Gefangenen relativ menschlich behandelt haben, unterschieden von den Sadisten. Im Interview, das Marva Karrer 1994 mit Paul für die Gedenkstätte Bergen-Belsen geführt hat, erzählt er von einem Scharführer Fritz, der „sonst immer nett zu mir war“ , der ihm aber einen Tritt gab, als ein fremder Chauffeur ihn beobachtete. „Und das hab ich ihm nicht…, von Anfang an nicht übelgenommen, weil ich meinte, dass er den Chauffeur nicht gut kannte, …. und wenn er mich freundlich behandelt hätte, hätte der Chauffeur ihn verraten können, dass er judenfreundlich wär, das wär lebensgefährlich für ihn gewesen. Der musste sich unfreundlich verhalten, das hab ich ihm nie übelgenommen.“
Aber er beschreibt auch die andere Seite: „Es gab auch psychopathische Sadisten so wie der SS-ler der „Rote Müller“….. . Und der hat mich ausgesucht, ins neue Frauenlager mussten Möbel gebracht werden, Tische und Stühle, im Februar ’45. Ich war total schlapp und hungrig, aber ich wurde ausgesucht vom Roten Müller, … . Er galt als sehr gefährlich. Und ich schleppe Möbel für ihn unter seinem Kommando, und ich tue mein Bestes, aber ich bin müde und groggy, und ich falle. Und da liege ich. No, ob ich noch hochkommen konnte, wusste ich nicht. Kommt der Rote Müller mit seinem Stiefel über mich, und rollt mich, das war ein Hinweis. Da wusste ich, jetzt aufstehen oder zertreten werden. Und ich bin mit letzten Kräften aufgestanden und hab weitergemacht.“[
Aus Bergen-Belsen sind kurz vor Kriegsende noch 2 Züge nach Osten geschickt worden. Da lag Paul nur noch vor der Toilette auf dem Boden, röchelte – ein sicheres Zeichen für den sehr nahen Hungertod. Er hat nur dadurch überlebt, dass seine Frau Renate Laqueur – wenn der Zug stand – unter Lebensgefahr etwas irgendwie Essbares „organisiert“ hat.
In Tröbitz an der Elbe wurden sie von den Russen befreit. Schwager und Schwägerin starben noch wenige Wochen nach der Befreiung an Typhus und hinterließen ihre beiden 9 und 11 Jahre alten Töchter als Waisenkinder.
Ja, Hanni, Paul hat eigentlich Glück gehabt. Auch, wenn sehr viele Familienangehörige durch den Wahnsinn der Nazis umgekommen waren, konnte er selbst noch 96 Jahre alt werden.
Aber wie tief die Erlebnisse in seiner Seele gespeichert waren, habe ich eigentlich erst ganz spät begriffen. Schon sehr lange hatte er Angst, vor Schwäche hinzufallen. Wenn wir spazieren gingen, wollte er deshalb auf keinen Fall stehen bleiben. Das passte nicht zur fehlenden Angst beim Motorradfahren, was er noch als 70jähriger tat. Als er dabei einmal über den Lenker geschleudert wurde, weil jemand ihm die Vorfahrt genommen hatte, fand er das Gefühl des Fliegens herrlich und das Fallen überhaupt nicht schlimm.
Als er in seinen letzten Lebenswochen zu schwach war, um zu stehen, im Bett gewaschen und gepflegt werden musste, wurde er von unfassbarer und nicht zu beherrschender panischer Angst übermannt. Hilflos zu liegen, während Andere sich seines Körpers bemächtigten, rief die Erinnerung an die Erlebnisse in Bergen-Belsen wach, wo man getreten und geschlagen wurde, wenn man vor Schwäche gefallen am Boden lag. Diese Erinnerung hat ihn da noch einmal unbarmherzig eingeholt: „… die Bedrohung war immer da. Zum Beispiel, wenn man nicht weiter konnte, weil man zu müde war“ (auf dem Rückweg nach einem Tag, an dem mit einem fast verhungerten Körper Baumstümpfe aus gefrorenem Boden ausgegraben werden mussten. Ergänzung B. W.-G.). „Dass man zusammengeschlagen würde, das hat man gewusst. Und das hab ich auch erlebt, aber umgeguckt hab ich mich nicht. … Denn sich umgucken war unmöglich. Das war genauso gefährlich. … Wenn man vom Kommando nach Hause läuft mit SS und Hunden hinter sich, und einer bleibt zurück und wird da zusammengeschlagen, dann hört man das, aber man hat sich nicht umdrehen können und mal gucken. Dann war man selbst dran.“
Liebe Hanni! Du warst nur 7 Jahre älter als ich. Du könntest meine Nachbarin sein…Ich habe mich durch dich erinnert.
Wozu Erinnerung, wenn sie nicht dazu führt, ein kleines Quäntchen mehr Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit, Toleranz wachsen zu lassen, wenn sie uns nicht wachsam dafür sein lässt, dass soziale Ungerechtigkeit den Boden bereitet für Hass gegen Andersartige?
Paul war der gütigste und weitherzigste Mensch, der mir in meinem Leben jemals begegnet ist. Er hat uns Deutsche nicht verurteilt für die Qualen, die er durch Deutsche ertragen musste. Als wir in den 80er Jahren einmal auf Bitte seiner damaligen Frau Renate in Bergen-Belsen waren, um dort zwei ausgestellte Seiten ihres Tagebuchs zu fotografieren, habe ich ihn so aufgewühlt erlebt wie sonst nie. Und sehr traurig sagte er bei der Rückfahrt: „Wir haben damals gedacht, dass unser Leiden wenigstens den einen Sinn gehabt hätte, Ähnliches in Zukunft nie mehr geschehen zu lassen. Aber überall in der Welt geschieht es weiter.“
Hanni, dein Tod und der Tod und das Leiden der vielen Anderen sollen wenigstens den einen Sinn haben, dass wir Nachlebenden uns mehr für Mitmenschlichkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen, damit die Wurzeln für Fremdenfeindlichkeit nicht durch uns Wasser bekommen.
Bärbel Weid-Goldschmidt
Die Gesichter der GesUK
Malena Schnelle
Aliki: Hallo, liebe Malena!
Malena: Hallöchen!
Aliki: Du weißt ja, in jeder Ausgabe von "UK für Dich" stellen wir eine Mitarbeiterin aus der Geschäftsstelle vor und heute bist du an der Reihe.
Malena: Vielen Dank.
Aliki: Was alle gefragt wurden, jetzt nun auch du: Wie bist du denn zur GesUK gekommen?
Malena: Das ist eine gute Frage, ich habe tatsächlich schon mal für die GesUK als Minijob gearbeitet und ich glaube auch über anderthalb Jahre, sogar mit dir zusammen.
Und habe mich aber nach meiner Elternzeit umorientieren wollen. Ich wollte gerne was machen, wo ich auch von zu Hause aus arbeiten kann, damit ich meine Tochter ein bisschen besser versorgen kann. Und dann bin ich über die Naima an die Stelle gekommen, die ausgeschrieben war und hab mich beworben. Und hier bin ich.
Aliki: Sehr schön. Wann war denn das? Ich habs vergessen.
Malena: Ich hab hier angefangen 2022.
Aliki: Malena, du lebst ganz weit weg, in Dortmund im Ruhrgebiet.
Malena: Ja.
Aliki: Und wie oft kommst du zu uns nach Nippes in die Geschäftsstelle?
Malena: Also, ich versuche jede Woche einmal hier zu sein, manchmal kollidiert das leider mit dem Dienstplan meines Mannes, aber ich versuche jede Woche einmal da zu sein.
Aliki: Genau, denn der persönliche Kontakt ist doch noch mal was anderes.
Malena: Auf jeden Fall.
Aliki: Und die Anreise, ist die immer so leicht?
Malena: Hm, also alle die mit der Deutschen Bahn fahren, werden es kennen, es ist immer ein Abenteuer. Nein, das ist eigentlich okay. Ich fahr so 2 Stunden von Tür zu Tür, das ist in Ordnung für einmal die Woche. Aber meistens hat die Bahn tatsächlich Verspätung.
Aliki: Und dein Arbeitsplatz im Homeoffice, wie sieht er aus?
Malena: Ja leider habe ich aufgrund der Größe unserer Wohnung kein eigenes Büro, aber ich arbeite aktuell bei uns im Schlafzimmer. Ich habe eine große Ecke, wo ich mich frei ausleben kann. Und da habe ich einen großen Schreibtisch, an dem ich dann vier Tage die Woche arbeite.
Aliki: Und du hast noch zwei Bildschirme, oder? So wie wir alle.
Malena: Ja.
Aliki: Und was sind deine Aufgaben bei der GesUK?
Malena: Also, ich mache genau wie du und Claudia, die Aufgaben der Verwaltung von Kursen, also Aufbaukurse und Einführungskurse. Ich bin zudem aber auch zuständig für die Weiterbildung UK- Fachberater nachschulische Lebenswelten. Und bin auch mittlerweile zuständig für die Referentensprecherinnen, dass ich die unterstützen kann bei ihren Aufgaben. Und seit letztem Jahr betreue ich unser Projekt, das wir von Aktion Mensch finanziert bekommen haben. Und zwar ist das die GoPUK, das ist die Gebärdendatenbank. Also das ist eine Plattform, auf der wir so viele Gebärdensammlungen unterkriegen wollen wie möglich.
(GoPUK soll als digitale Plattform erstmals von einer Stelle aus Zugriff auf die unterschiedlichen Sammlungen ermöglichen. Für Einrichtungen ist es möglich, eine Auswahl festzulegen und diese niedrigschwellig mit allen zu teilen oder für Einzelne individuell zu dokumentieren.)
Aliki: Ja, wann wird denn dieses Projekt veröffentlicht?
Malena: Wir hoffen, dass es zum Ende des Jahres veröffentlicht wird. Also, sie arbeiten im Hintergrund auf Hochtouren. Würde man so sagen.
Aliki: Ja, und wird es vielleicht auch auf dem Kongress vorgestellt?
Malena: Ganz sicher, es gibt einen Vortrag von Birger Weindel und Irene Leber, glaube ich, die stellen das Projekt vor.
Aliki: Ja, vielleicht schaff ich auch dahin zu gehen, ich finds mega spannend.
Aliki: Ja Malena, es passiert so viel im Verein, aber natürlich kann man alles noch verbessern. Wo siehst du denn Entwicklungspotenzial für die GesUK?
Malena: Ich würde mir total wünschen, dass wir in dem Kursangebot vielfältiger werden, und dass wir natürlich im Social Media Bereich viel mehr Präsenz zeigen können. Einfach, um noch mehr Leute zu erreichen und unser Anliegen in die Welt zu kriegen.
Aliki: Ja, das kann ich nur unterstreichen. Da ist noch viel zu tun.
Und jetzt noch was Privates, Malena, wir wollen dich ja ein bisschen kennen lernen. Wenn du nicht bei der GesUK arbeitest, wie verbringst du deine Zeit?
Malena: Im Großteil mit meiner Tochter und meinem Mann, wenn er denn da ist. Da der viel arbeiten ist, bin ich viel mit meiner Tochter zusammen. Und wenn das Wetter gut ist, verbringen wir die Zeit bei uns in unserem kleinen Schrebergarten.
Aliki: Ja, da habe ich ja auch schon Kostproben draus probieren dürfen.
Malena: Ja, wenn es gut läuft, dann bringe ich gerne dieses Jahr wieder was mit.
Aliki: Jetzt haben wir zwei Gärtnerinnen in der Geschäftsstelle, die Claudia kennt sich ja auch gut aus und man kann euch immer beide fragen.
Malena: Ja, ich frage Claudia auch gerne.
Aliki: Und für den Sommer, was für Urlaubspläne hast du denn da?
Malena: Wir werden ans Meer fahren, ein paar Tage nach Grömitz und eventuell wollen wir noch mal ein langes Wochenende an den Möhnesee fahren. Wir haben da die Möglichkeit da unterzukommen und in einem kleinen süßen Häuschen zu schlafen. Und das hatten wir uns letztes Jahr eigentlich schon vorgenommen und das haben wir aber nicht geschafft. Und das wollen wir eigentlich gerne im Sommer noch mal machen,
Aliki: Ja sehr schön. Ja prima, jetzt haben wir dich eigentlich ein bisschen besser kennen gelernt und wir wünschen dir alles Gute!
Malena: Dankeschön, vielen Dank!
"Hier wird Integration groß geschrieben"
Dass gute Beispiele gelungener Eingliederung von unterstützt kommunizierenden Menschen in den Arbeitsmarkt bekannt werden, ist uns ein wichtiges Anliegen.
Wie wir wissen, ist ihre berufliche Teilhabe jenseits von WfbM immer noch die große Ausnahme.
RTL hat über Mara Heß aus Fulda, angehende UK- Referentin der GesUK, unter dem etwas merkwürdigen Titel "Antonius von Padua- Schule in Fulda - hier wird Integration groß geschrieben" einen Filmbeitrag gesendet, den wir Euch nicht vorenthalten wollen. (Wir bei der GesUK schreiben Inklusion eigentlich immer groß- ist ja auch ein Nomen :)
Eine Bitte: Wenn Ihr Beiträge aus Presse, Funk, TV und social media entdeckt, die es wert sind, verbreitet zu werden, schreibt bitte an infobrief@gesellschaft-uk.org
Hier ist der Link zum Film über Mara:
Maxi komponiert mit KI
Er schreibt über sich: „Seit meinem 3. Lebensjahr bin ich Nutzer von Unterstützter Kommunikation. 2024 habe ich meine mittlere Reife geschafft. Ab September 2025 starte ich eine Berufsfachschule im Bereich E-Commerce und bereite mich auf das Fachabi vor.
Ich halte Vorträge über mein Leben mit UK, über Schule, Assistenz, KI und Bewegung.
Sport ist mir wichtig – ich organisiere u. a. einen jährlichen Skibob-Kurs.
Online setze ich mich für Vernetzung von Unterstützer Kommunikation und Inklusion ein.“
Filme über Maxi findet Ihr u.a. auf youtube und facebook.
Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz hat Maxi einen tollen, sanften, ergreifenden UK- Song „komponiert“, den wir Euch nicht vorenthalten möchten. Macht es Euch gemütlich- und haltet Taschentücher bereit!
Forum UK
Das Forum - Ein neues Angebot zu Fortbildung, Austausch und Vernetzung:
Wieso "Forum"?
In der Römerzeit war das Forum viel mehr als nur ein Marktplatz:
Man konnte sich informieren, von Erlebtem berichten und über Erfahrungen austauschen. Es gab sogar Räumlichkeiten für Versammlungen.
Dies möchten wir auf Fortbildungsbereiche und Tätigkeitsfelder der Unterstützten Kommunikation übertragen und starten im September mit einem Forum “UK in Schule und Unterricht“, im Oktober beginnt ein weiteres Forum "UK in der KiTa".
Forum UK: UK in Schule und Unterricht
Organisatorisches, Termine und Kosten
Online-Fortbildung mit dem Programm Zoom
5 Termine im 1. Halbjahr des neuen Schuljahrs in monatlichem Abstand
jeweils donnerstags von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr: 11.09.25, 09.10.25, 13.11.25, 11.12.25, 08.01.26
nur komplett buchbar: 5x 120 min.: 225,- €, ermäßigt 150,- €
maximal 15 Teilnehmende
Zielgruppe
Eltern, PädagogInnen und TherapeutInnen in Förderschulen und allgemeinen Schulen
Inhalte
- Implementierung von UK im Unterricht
- Stolpersteine für UK
- aktive Teilhabe von „UK-Schüler:innen“
- UK-Förderung im prä-intentionalen Bereich
- UK-Didaktik/ inklusionsdidaktische Konzepte für den Unterricht
- Abenteuer Lesen
- Methoden des Kooperativen Lernens
- Kooperation mit den Eltern
- weitere Themen der Teilnehmenden
Seminarmethoden
- Gruppenarbeit (Break-Out-Rooms)
- fachlicher Input
- kollegiale Fallberatung
- Good-practice-Beispiele
- Transfer auf die eigene Unterrichtssituation
Arbeitsweise
Im Format „Forum“ arbeiten wir in hohem Maße interaktiv. Dadurch, dass die Gruppe konstant bleibt, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten zu tieferem Austausch und Vernetzung. Input- Phasen (auch durch externe Referent:innen) wechseln ab mit Beratungen und Beispielen aus dem Kreis der Teilnehmenden.
Eine Fortführung des Formates „Forum“ im 2. Schul-Halbjahr 2025/26 - auch zu weiteren Themenbereichen und Zielgruppen - ist geplant.
Referententeam
Martin Baunach
Fach-Referent der GesUK
Sonderschullehrer im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung
20 Jahre LehrerInnen-Ausbildung als Fachleiter
Fachpädagoge für Psychotraumatologie
Weiterbildungsstudium Deutsch als Zielsprache
und wechselnde ReferentInnen, auch aus dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Forum UK: UK in der KiTa
Bei einem ersten Vernetzungstreffen zum Thema "UK in der KiTa", das im Rahmen der Fortbildungsreihe "UK-Häppchen" stattfand, war die Nachfrage mit fast 40 Anmeldungen überraschend groß.
Dies zeigt, dass ein großes Interesse besteht, die "weißen Flecken" auf der UK- Landkarte im KiTa- Bereich mit Leben zu füllen.
Dies greifen wir mit einem zweiten "Forum UK"- Modul auf:
Forum UK: UK in der Kindertagesstätte:
Zielgruppe
Eltern, PädagogInnen und TherapeutInnen in Frühförderung und KiTa
Organisatorisches, Termine und Kosten
Online-Fortbildung mit dem Programm Zoom
5 Termine jeweils donnerstags von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr: 16.10.25, 27.11.25, 05.02.26, 26.03.26, 07.05.26
nur komplett buchbar: 5x 120 min.: 225,- €, ermäßigt 150,- €
Inhalte
Implementierung von UK in der Einrichtung: Stolpersteine in der UK- Förderung
UK- Förderung gemeinsam mit Eltern gestalten
Einsatz unterschiedener Kommunikationsformen im KiTa- Alltag:
Gebärden, Symbole, Technische Hilfen
Interaktionsspiele und UK
Kollegiale Fallberatung
Herausforderndes Verhalten und UK
Übergänge: Frühförderung - KiTa - Grundschule
Weitere Themenvorschläge der TeilnehmerInnen
Seminarmethoden
- Gruppenarbeit (Break-Out-Rooms)
- fachlicher Input
- kollegiale Fallberatung
- Good-practice-Beispiele
- Transfer auf die eigene Praxis
Referentinnen-Team
Anja Wehrheim
Stellvertretende Leitung in einer inklusiven KiTa
Heil- und Kommunikationspädagogin (LUK)
UK- Coach
Multiplikatorin für den Umgang mit herausforderndem Verhalten
Fach-Referentin UK der Gesellschaft für Unterstützten Kommunikation
Verena Riße
Erzieherin, Gruppenleitung in einer inklusive KiTa
Fachkraft für UK (Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation)
Multiplikatorin für den Umgang mit herausforderndem Verhalten
Fachkraft für alltagsintegrierte Sprachbildung
Zur Anmeldung geht es hier:
Die kleine Rampensau
Wie Ihr schon gemerkt habt, organisiert die GesUK immer mehr Veranstaltungen speziell für UKler. Die Talkercamps, über die Ihr in der Winterausgabe 2024 der „UK für Dich“ lesen konntet, haben zusätzlich noch den Anspruch, auch inklusiv zu sein.
Das gilt in besonderem Maße auch für unsere Weiterbildung „Die kleine Rampensau“.
Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die in der Öffentlichkeit etwas zu sagen haben- und sich vielleicht noch nicht trauen: Mit Gebärden, mit Mund, mit Talker.
„Die kleine Rampensau“ kommt vom 22.-23.11.2025 nach Köln ins bewährte Jugendgästehaus Köln- Riehl.
Ich möchte euch heute hier im Text und im Zoom-Video jemanden vorstellen, der etwas zu tun hat mit unserem Projekt.
Ich gebe mal ab an unseren Gast, Alex Oberholzer.
Magst du dich mal kurz vorstellen, Alex?
Oberholzer: Selbstverständlich, freut mich sehr. Mein Name ist Alex Oberholzer, ich lebe in der Schweiz, in Zürich.
Ich bin seit Geburt körperbehindert, bin mit einer Behinderung zur Welt gekommen, bekam dann wieder einst die Kinderlähmung und trotzdem habe ich dann studiert und konnte mein ganzes Leben im ersten Arbeitsmarkt mein Geld verdienen. Und zwar habe ich das gemacht in der Kommunikation. Ich habe beim Radio gearbeitet, ich habe beim Fernsehen gearbeitet und dann habe ich auch noch in der Kommunikation des Bundes gearbeitet und dort vor allem Reden geschrieben.
Daneben gebe ich auch Kurse für selbstsicheres Auftreten in der Öffentlichkeit, weil ich denke, es ist wichtig, dass Menschen mit einer Einschränkung, mit einer Behinderung, ihre Anliegen auch selbst in der Öffentlichkeit vertreten und das eben auf überzeugende Art. Und dabei möchte ich helfen.
Prima, jetzt hast du schon ein bisschen verraten, was hinter diesem mysteriösen Titel "Die kleine Rampensau" steht.
Oberholzer: Genau darum geht es nämlich. Und das ist prima. Ich darf euch sagen, ich habe mit Martin vor acht Jahren schon mal ein ähnliches Wochenende gemeinsam gestaltet und wir möchten auch dieses Mal unterstützt Sprechende dabei haben, aber gern auch Menschen, die mit dem Mund sprechen, Wir glauben, dass das wirklich ein Anliegen -eigentlich für alle Menschen, die gerne öffentlich einmal etwas sagen möchten, ist.
Magst du ein bisschen verraten, Alex, was die Teilnehmer so erwartet an diesem Wochenende?
Oberholzer: Ja, sehr gerne, natürlich. Also wir möchten natürlich, dass die Teilnehmenden gerade das praktizieren, was sie auch erreichen möchten. Also sie sollen vor allem üben.
Sie sollen üben, sie sollen öffentlich etwas bekannt geben, sie sollen sich irgendwie ausdrücken, sei es, indem sie einfach eine Rede halten oder indem sie ganz kurz einfach schildern, was für ein Anliegen sie haben, ganz egal was. Aber sie sollen auf eine selbstsichere, souveräne Art das Wort ergreifen und das wollen wir zusammen üben. Und üben heißt natürlich, dass man Aufgaben kriegt.
Es werden Aufgaben gestellt, die müssen dann gelöst werden. Wir werden, während die einzelnen Teilnehmenden diese Aufgaben vortragen, sie filmen und dann werden wir anhand der Filmaufnahmen zeigen, was gut ist und was vielleicht noch etwas optimiert werden kann oder was verändert werden muss. Und so wird in einer, denke ich, sehr angenehmen Atmosphäre, jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer dazu gebracht, einfach die eigenen Fähigkeiten noch zu verbessern.
Prima, das klingt richtig spannend und ihr braucht echt keine Sorge zu haben, dass ihr da auseinandergenommen werdet. Ich habe mit Alex ja schon mal ein Wochenende gemacht ; das läuft absolut wertschätzend ab und jeder, der daran interessiert ist, eine echte Verbesserung für sich hinzubekommen, der kann von diesem Wochenende profitieren. Beim nächsten Mal verrate ich euch, wie es mit der Anmeldung funktioniert, aber erste Interessenbekundungen gerne vorab per Mail an vereinskoordination@gesellschaft-uk.org
Helft mit, dass das ein inklusives Event wird!
Nachruf Annemarie Schuster
Traurige Nachricht: Annemarie Schuster ist verstorben!
Annemarie war seit 2013 eine engagierte UK-Referentin der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. und in all den Jahren sehr aktiv und interessiert.
Sie ist am 29.06.2025 in ihrer geliebten Bildungs- und Erholungsstätte Langau friedlich eingeschlafen und ist am nächsten Morgen nicht mehr aufgewacht.
Einen liebevollen Nachruf findet Ihr auf der Startseite der GesUK also unter www.gesellschaft-uk.org